25-Jahr-Feier Wirtschaftsjunioren Waldeck-Frankenberg e.V.

Ehrbarer Unternehmer im Netzwerk

Überreichung 25 Jahre EhrenamtAllendorf/Eder, 31.3.2011 – Rund 130 Gäste folgten am heutigen Donnerstag der Einladung der Wirtschaftsjunioren Waldeck Frankenberg e.V. zu ihrer 25-Jahr-Feier ins Viessmann Infocenter nach Allendorf/Eder. Im Mittelpunkt des gut fünf-stündigen Programms, das mit einem festlichen Abendessen beendet wurde, stand neben Grußworten und Beiträgen des Landrats des Kreises Waldeck-Frankenberg, Dr. Reinhard Kubat, des IHK-Präsidenten und geschäftsführenden Gesellschafters der Viessmann Group, Dr. Martin Viessmann, des Landesvorsitzenden der Wirtschaftsjunioren Hessen, Tim Oliver Barkow und des Kreissprechers der Wirtschaftsjunioren Waldeck-Frankenberg e.V., Bert Schulte, vor allem der Vortrag von „Wirtschaftsbestseller-Autor“, Dr. Peter Kreuz.

In seinem pointenreichen und kurzweiligen Vortrag mahnte er, dass in Unternehmen viel zu viel Initiative, Kreativität und Leidenschaft auf der Strecke blieben. Unternehmen und Individuen müssten viel stärker ihr lebendiges Potenzial entfesseln.

Kreissprecher Bert Schulte, der durch den Abend führte, ging in seiner Einführung zunächst auf die Frage ein, warum man überhaupt Wirtschaftsjunior wird. Er erklärte, dass „dies geschieht, weil man an dieser Gesellschaft mitarbeiten und Verantwortung übernehmen will – und zwar an dem Ort, an dem man lebt und arbeitet.“ Auch sei das Motiv des „ehrbaren Unternehmertums“ wichtig. Schulte wörtlich: „Aufgabe der Wirtschaftsjunioren ist es, gesellschaftlich relevante Themen im Netzwerk unter Gleichgesinnten aufzugreifen und im direkten lokalen Umfeld umzusetzen. Zum Beispiel, in den man Schule und Wirtschaft in Austausch und Dialog bringt, Geschäftskontakte aufbaut und aktive Überzeugungsarbeit leistet.“

Genau diese Ideen vom globalen Denken und dem lokalen Handeln seien es auch gewesen, die 1985 die Gründung der Wirtschaftsjunioren Waldeck-Frankenberg e.V. gefördert hätten und bis heute zu einem regen Austausch und Handeln führten. So würden auch 2011 Bevölkerungsbefragungen umgesetzt, verschiedene Konferenzen, Tagungen und gesellschaftliche Veranstaltungen organisiert  und der stetige Kontakt zu Lokal-, Landes- und Bundespolitikern gesucht. Für dieses Jahr stände zudem der Aktionstag “Schüler als Bosse” auf dem Programm,  bei dem Jugendliche die Gelegenheit bekommen, einen Tag lang eine Führungskraft auf Schritt und Tritt zu begleiten.

Ergänzt und vertieft wurden die Worte vom Landesvorsitzenden der Wirtschaftsjunioren Hessen, Tim Oliver Barkow, der in seinem Vortrag noch tiefer die Struktur der Wirtschaftsjunioren vorstellte, auf die weltweite Vernetzung der Wirtschaftsjunioren hinwies und die große Bedeutung der „Unternehmer unter 40“ für die Gesellschaft hervorhob.

IHK-Präsident und geschäftsführender Gesellschafter der Viessmann Group, Dr. Martin Viessmann, stellte dann die aktuellen Herausforderungen der Region Waldeck-Frankenberg in den Mittelpunkt seines Redebeitrags. Bedingt durch die demografische Veränderung gehört hierzu vor allem der mehr und mehr sichtbar werdende Fachkräftemangel. Viessmann, dessen Unternehmen den Rahmen für das 25-jährige Jubiläum der Wirtschaftsjunioren Waldeck-Frankenberg e.V. bot, machte aber auch deutlich, dass die Mobilität eine Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der heimischen Wirtschaft sei. Er forderte deswegen von der Politik eine schnellstmögliche Verbesserung der unzulänglichen Verkehrsinfrastruktur.

Dr. Reinhard Kubat, Landrat des Kreises Waldeck-Frankenberg, bezeichnete die Bildung als „zentrale Rolle“ für die Zukunft der Region. Die ansässigen Betriebe benötigten bestausgebildete Menschen, um die Herausforderungen meistern  zu können. Zusätzlich werde die Innovationskraft wichtig sein, um eine entscheidende Rolle im Wettbewerb der Regionen spielen zu können. Kubat wörtlich: „Wir haben eine solide Wirtschaftsstruktur und gute Unternehmen, die teilweise zu den Global Playern zählen. Wenn wir mutig gestalten und Werte bewahren, werden wir die Zukunft schaffen.“

Dr. Peter Kreuz: Initiative, Kreativität und Leidenschaft bleiben auf der Strecke

Wie lassen sich „die lebendigen Potentiale in unseren Unternehmen entfesseln“? Dieser Frage ging der Hauptredner des Abends, Dr. Peter Kreuz, in seinem mit konkreten Beispielen angereicherten Vortrag nach. Er machte deutlich, dass in vielen Unternehmen die Kreativität der Mitarbeiter wegen Bürokratie, Formalien und Hierachiedenken gehemmt sei, gerade die Beteiligung und das Engagement der Mitarbeiter aber extrem notwendig für den immer drastischeren Wettbewerb seien. „Fördere Rebellen und Querdenker, lege den Mainstream trocken“  – so das Credo des Redners und „Ertrage Nichtwissen – experimentiere!“.

Wie auch im neuesten Buch: „Nur Tote bleiben liegen“ beschrieben, plädierte der frühere Senior Berater bei Andersen Consulting und Assistant Professor für Internationales Marketing & Management an der Wirtschaftsuniversität Wien dafür, die Errungenschaften und Entwicklungen des Internets zu nutzen und das dort vorhandene demokratische Meinungs- und Kommunikationsprinzip zu übernehmen. Statt detailliert abgestimmte und aussagelose Pressemitteilungen zu versenden, sollten Unternehmen mittels „Blogs, Facebook und Twitter radikal offen und transparent sein.“

„Jeden Tag begegnen wir Menschen“, so Kreuz, „die sich entschieden haben. Für Dynamik. Gegen Statik. Menschen, die nicht mehr länger namenlose Rädchen im Getriebe des Systems sind, ihrer eigenen Landkarte folgen. …. Sie sind unsere Helden.“



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